Projekt Füchse

Für/Mit den Füchsen habe ich seit Frühling 2015 sehr viel Zeit verbracht. Oft ergebnislos, aber das gehört dazu. Um nicht nur die Fotos hier zu zeigen, habe ich beschlossen, einen kleinen Bericht dazu zu schreiben.

Ich finde Füchse schon seit längerer Zeit sehr faszinierend, dass ich selber mal Füchse fotografieren darf, hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich habe die Wildlifefotografen bis dato bestaunt und sehr beneidet. Mittlerweile weiss ich aber auch wie unendlich viel Zeit da drauf geht.

24.04.2015

Angefangen hat alles an einem Spaziergang am 24.004.2015. Ich habe mit meiner Kamera einen Wald in meiner Nähe erkundet und sehe plötzlich einen Fuchs im Laub liegen und schlafen. Zuerst hab ich meinen Augen nicht getraut. Und dass ich ihn gleich vor seinem Bau liegen sah war nochmals eine riesengrosse Überraschung. Als dann noch einige Junge dazukamen, war die Überraschung perfekt.

In den ersten paar Tagen konnte ich die Kleinen manchmal beobachten,  sobald aber die Blätter an den Bäumen ausgeschossen haben, war es fast unmöglich noch eine Lücke zwischen den Blättern zu finden um gut fokussieren zu können. Fotografiert habe ich hier mit der Canon 7D mit dem Canon 100-400.

Durch meine regelmässigen Besuche konnte ich hauptsächlich am Abend einen Rythmus feststellen. Punkt sieben haben sich die kleinen auf Entdeckungstour gemacht, zum fotografieren war das Licht in dieser dunklen Senke aber schon viel zu schwach. Meistens habe ich die Kleinen (und sie  mich) dann einfach beobachtet, und mich gefreut.

Ich habe mir dann ein grösses Tele zugelegt um auf die Distanz etwas näher heranzukommen. Das Tamron 150-600 für Canon ist bei gutem Licht ein “gäbiges Tele”, bei diesen Lichtverhältnissen wie hier aber nicht wirklich brauchbar.

29.04.2015

Mittagspause. Um nicht im dunklen Büro zu vergammeln hab ich mir meine Kamera geschnappt und habe mich in einem nahen Wäldchen auf einen liegenden Baustamm am Waldrand gesetzt um mein Brötchen zu essen. Plötzlich raschelt es vor mir und ich war so verdutzt dass ich es fast nicht geschafft hätte rechtzeitig meine Kamera hochzunehmen. Da ich mich in solchen Situationen immer in Zeitlupe bewege um das Tier nicht zu erschrecken war der Fuchs schon fast weg bis ich soweit war.

15.06.2015

Ein Tag wie jeder andere. Der Wetterbericht versprach nichts gutes. So habe ich beschlossen, meine Kamera zuhause zu lassen, die Kleinen lassen sich im Regen eh nicht blicken. Ich fuhr zur Arbeit, den ganzen Tag regnete es, als ich mich dann auf den Heimweg machte, hatte es aber bereits aufgehört zu giessen. Rausd auf die Strasse, trotzdem wie immer der Blick zu den Füchsen und was ich da sah hat mich fast kollabieren lassen. Die ganze Fuchsfamilie draussen auf der Wiese am spielen – UND ICH DEPP HATTE DIE KAMERA ZUHAUSE GELASSEN! Gut, heimfahren, Kamera schnappen und wieder nach Mönchaltorf in der Hoffnung dass ich noch Glück habe. Und wie. Genau 10 Minuten durfte ich noch zuschauen und fotografieren. Also genau gesagt, bin ich auf allen vieren im pflotschnassen Gras die Wiese raufgerobbt um die Süssen nicht zu verjagen. Das war das letzte Mal dass ich diese Familie gesehen habe, mittlerweile existiert auch der Holzstapel nicht mehr. Aber ich zehre jetzt noch von dem wundervollen Moment.

22.01.2016

Wieder mal ging ich zu meinem Bau, die Hoffnung unter Tag mal was zu sehen war sehr gering. 10.40 Uhr – tut sich was. Mir fehlten die Worte. Gut dass ich mich mal getraut habe den Standort zu wechseln. Er hat mich zwar sofort entdeckt – ich sass da ca. 50 Meter weg, aber er hat wohl beschlossen, dass ich keine Gefahr darstelle. Spannend. Als er mich entdeckt hatte, lag ich natürlich schon in der Wiese, es wäre anders gewesen wenn ich mich ihm genähert hätte.

Natürlich hat mich nun der Gwunder gepackt und ich hab mich wieder auf den Weg gemacht. Ist der Bau wirklich belegt? Ja. Und wie 🙂 Ich habe lange gedacht es liege an mir wenn sich keiner blicken lässt. Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass Füchse vorallem auf Geräusche allergisch sind, auch Kuhglocken verleiten die Füchse blitzartig dazu in den Bau zurückzukehren, oder Traktoren….. die Jungfüchse haben sogar von Spechten Angst.

25.04.2016

Es ist soweit. Nach vielen Tagen erfolglosen Wartens und ich schon fast gedacht habe dass es wohl doch keine Jungfüchse gegeben hat, hatte ich die erste Sichtung. Abends um 19.00 Uhr. Ziemlich dunkel – aber das ist jetzt egal. Ich freue mich sehr auf diese Generation.

Obwohl mich auch die Kleinen mittlerweile rasch entdecken so lassen Sie sich doch nicht gross stören. Der eine oder andere Fuchs ist jedoch meistens sehr neugierig während die anderen eher vorsichtig sind. Vielleicht haben sie sich auch mittlerweile an das Klicken der 7D gewöhnt. Nun komme ich aber so nah dass ich bald auf meine bessere Kombination, Canon 5DIII und 100-400 zurückgreifen kann.

Ich hätte vielleicht schon früher etwas näher ansitzen können, aber oberste Priorität ist es, soviel Abstand zu haben dass ich keine Bedrohung bin. Schnell kann es passieren, dass Mamafuchs in einer Nacht- und Nebelaktion mit den Jungen umzieht. Die dann mitten in der Saison zu finden gestaltet sich eher schwierig. Ich habe auch noch keinen weiteren Bau gefunden obschon ich tagelang den Wald durchstöbert habe.

Endlich komme ich meinem Ziel etwas näher. Die Kleinen haben sich zum ersten Mal in der Wiese vergnügt. Also wahrscheinlich spielen sie den Spuren nach jede Nacht auf dieser Wiese – unter Tags habe ich Sie heute nun zum ersten Mal gesehen. Vor zwei Wochen habe ich ja neun Stück gezählt, heute haben sich nur vier rausgetraut. Ich bin wirklich am überlegen mal eine Wildkamera anzubringen um zu sehen ob noch alle dort sind. Auf einigen Bildern hier sieht man weisse Plastikteile. Es ist unglaublich was sich alles hier ansammelt. Kürzlich hab ich hier sogar einen Schnuller gefunden 🙂 Wenn möglich, sammle ich den Plastikmüll ein und entsorge ihn zuhause. Also den Schnuller hab ich ihnen gelassen :-).

Dannach folgt das Sichten der Bilder. Ich kann mich auch heute immer noch nicht stattsehen – was für wundervolle Geschöpfe.

24.05.2016

In den letzten Tagen konnte ich leider nur noch vier der ehemals 9 Jungfüchse beobachten, Fotos konnte ich keine mehr machen. Ich gehe mal davon aus, dass Nase und Gehör sich sehr gut entwickelt haben und sie mich nun bemerken. Ich habe auch den Verdacht, dass die 9 Jungen von 2 Fähen waren und die fehlenden 5 mit ihrer Mama aus Platzgründen bereits ausgezogen sind. Anders kann ich mir das nicht erklären. Die Kleinen sahen ja alle sehr gesund und putzmunter aus. Ich bin etwas traurig darüber, habe aber immerhin noch die Hoffnung trotzdem noch einige Bilder machen zu können in diesem Sommer.